„Unser Konsumverhalten muss sich verändern“ – Laura von Kleiderrebell im Interview

Kleiderrebell Laura

Wer kennt das nicht? Laura hatte mal wieder das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben. Immer mehr Kaufen kann es doch nicht sein …

Da kam ihr eine gute Idee – und daraus ist nun ein Online Shop entstanden: Kleiderrebell. Ich habe Laura zum Interview getroffen und sie mit Fragen zum Konzept, zum Thema Nachhaltigkeit und zu ihrem eigenen Konsumverhalten gelöchert.

Kleiderrebell Laura

Foto: Kleiderrebell

Hallo Laura! Was ist Kleiderrebell?

Laura: Kleiderrebell ist ein Online-Shop, in dem Frauen Mode, Schuhe und passende Accessoires ausleihen können. Die perfekte Mischung aus unendlicher Kleiderschrank sowie einem persönlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Wie ist die Idee zu Kleiderrebell entstanden?

Laura: Im September 2014 stand ich selber kurz vor einem „Shopping-Rausch“, weil ich mal wieder dachte, ich hätte nichts zum Anziehen (was natürlich totaler Quatsch war). In dem Moment dachte ich mir, dass es doch eine Alternative zum klassischen Besitz und klassischen Konsum geben müsste. Die Alternative war das Ausleihen. So ist die Idee entstanden.

Wer steht hinter Kleiderrebell?

Laura: Derzeit nur ich. Kleiderrebell ist also bis jetzt eine One-Woman-Show. Zum Glück erhalte ich viel Unterstützung aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ohne die wäre all das nicht möglich.

Thema Nachhaltigkeit – wie passt das in euer Konzept?

Laura: Die Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzept. Das Sortiment setzt sich derzeit aus ca. 700 Artikeln zusammen. Größtenteils handelt es sich dabei um sehr gut erhaltene Second-Hand-Kleidung sowie ein paar Accessoires des nachhaltigen Labels Shipsheip.

Zukünftig soll das Sortiment wachsen. Aber auch da steht Nachhaltigkeit an erster Stelle: Bei Second-Hand-Ware ist die Herkunft und Marke der Kleidung egal, denn das Kind ist in diesem Falle ja bereits in den Brunnen gefallen … Jetzt geht es darum, das Beste daraus zu machen:

Das heißt für mich, diese Kleidungsstücke wieder in den Umlauf zu bekommen und dafür zu sorgen, dass sie so lange wie möglich getragen werden.

Handelt es sich um Neuware, die wir dazu kaufen, muss es sich um ausschließlich nachhaltige Labels handeln.

Weiter geht’s mit dem Server: Host Europe verfügt über eine neutrale CO2-Bilanz, unterstützt Nachhaltigkeitsprojekte und bezieht Strom aus ­­­Wasserkraft. Bei den Kartonagen handelt es sich um gebrauchte, aber einwandfreie Kartons, die wiederverwendet werden. Verschickt wird ausschließlich über das Go Green Label der DHL. Und bei der Herstellung von Werbemitteln achten wir auf nachhaltige Druckereien und eine ökologische Produktion.

Wie reagieren die Menschen auf Kleiderrebell?

Laura: Durch und durch positiv, was mich wiederum in meinem Konzept bestärkt. Natürlich trifft man immer mal wieder auf den einen oder anderen Skeptiker, aber das ist ja total normal.

Und, wie läuft es bisher?

Laura: Kleiderrebell sowie der Shop Launch sind sehr gut angelaufen. Ich bin absolut zufrieden. Seitdem erhalte ich immer wieder Mails von Mädels sowie jungen Frauen, die mich unentgeltlich unterstützen wollen und mir Kleiderspenden schicken. Das ist wirklich toll!

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Der Online-Shop von Kleiderrebell

Hast du selbst schon „Modesünden“ wie Fast Fashion begangen?

Laura: Natürlich kann auch ich mich von „Modesünden“ nicht freisprechen. Aber eins kann ich mit Gewissheit sagen:

Seit der Gründung von Kleiderrebell hat sich mein Konsumverhalten stark verändert.

Zum einen habe ich seitdem kein „Fast Fashion“ mehr gekauft. Darüber hinaus waren die vier bis fünf Teile, die ich mir im letzten Jahr gekauft habe, ausschließlich Second Hand.

Wie sieht die „Mode der Zukunft“ für dich aus?

Laura: Wir müssen uns deutlich mehr mit den Themen Nachhaltigkeit, faire Produktionsbedingungen und mehr Umweltschutz beschäftigen. Diverse Umfragen zeigen immer wieder, dass sich die Menschen teilweise durchaus bewusst sind, unter welchen Bedingungen produziert wird. Aber das Kaufverhalten spricht dann wiederum eine ganz andere Sprache. Bewusstsein und Kaufverhalten stimmen noch nicht überein.

Darüber hinaus muss aber auch noch kräftig aufgeklärt werden. Heute noch habe ich mit einer Frau gesprochen, die davon überzeugt war, dass die Produktion in Europa deutlich besser, fairer etc. ist als die in Fernost. Das ist natürlich Quatsch.

Unser Konsumverhalten muss sich verändern, hin zu Minimalismus: Weniger ist mehr.

Was wünschst du dir für Kleiderrebell?

Laura: Ich wünsche mir, dass sich Kleiderrebell auch weiterhin so großartig entwickelt und somit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet.

Danke für das Interview, liebe Laura!

Zum Online-Shop von Kleiderrebell

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Was meinst du?

Und, wie findest du Lauras Idee? Wäre Kleiderrebell etwas für dich? Wir freuen uns auf „Daumen hoch“ für Facebook & Co. und deinen Kommentar!

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