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20 sinnvolle Tipps für die Baby-Ausstattung – nicht nur für Öko-Hippie-Mamis

Wenn ein Zwerg sich ankündigt, regnet es von allen Seiten Tipps, zur Erziehung und zu sinnvollen Anschaffungen. Zur Geburt gibt es dann Dinge, die weder Eltern noch Babys unbedingt brauchen. Da hörten wir „Was Neues anziehen ist doch so schön!“, „Plastikspielzeug ist hygienischer.“ und „Nur Pampers taugen was.“ Hm, nö. Nö, nö, nö. Es muss doch einfacher, günstiger und vor allem ökologisch sinnvoller gehen. Nur wie?

Machen wir uns nichts vor. Ohne alles geht es nicht. Neben Geborgenheit und Liebe sind ein paar Anschaffungen durchaus sinnvoll.

Viele liebe Menschen haben uns tolle Baby- und Mama-Ausstattungstipps gegeben und uns damit super unterstützt. Hier nun unsere persönlichen Lieblingstipps aus den Bereichen Tragen, Stillen, Einkleiden, Wickeln, Schlafen, Lesen und Spielen. Und ja, manches ist ein bisschen Öko oder Hippie. Aber hey, für mich ist das ein Kompliment.

Übrigens: Ohne Werbelinks – einfach nur so. 

Tragen

1. Elastisches und festes Tragetuch

Wir haben unseren Zwerg fünf Monate lang im Tragetuch getragen. Zuerst in einem elastischen Tuch. Wir haben eins von Manduca gebraucht gekauft. Wenn das Baby den Kopf halten kann, empfiehlt sich ein festes Tuch, das man so bindet, dass das Baby besser schauen kann. Unser festes Tragetuch von Didymos haben uns Freunde geliehen. Ein Tragetuch zu binden scheint anfangs kompliziert – ist es aber nicht. Wenn man es ein paar Mal ausprobiert oder täglich macht, kann man es bald im Schlaf. Bei der Auswahl und beim Binden helfen Trageberaterinnen gerne weiter – einfach „Trageberatung plus deine Stadt“ googlen.

2. Zu schwer? Lieber eine Trage

Ungefähr ab dem 6. Monat wurde der Zwerg langsam schwer und so machte eine Trage mit Hüftgurt für uns Sinn. Wir haben uns für eine emeibaby Trage entschieden. Sie ist eine Mischung aus Tuch und Trage  und wächst mit.

3. Praktisch: Eine Jackenerweiterung

Eine Kumja, kurz für „Komm unter meine Jacke“, ist die findige Idee einer Mutter aus Hannover. In der Schwangerschaft und bei Tragen ist so kein Neukauf notwendig. Für jede Jacke ist dann nur ein Adapter notwendig. Eine großartige Erfindung!

4. Was man nicht braucht

Kinderwagen. Zumindest in den ersten Monaten (siehe Nr. 1 und 2). Babys sind sowieso Traglinge, wie ich in dieser Quarks & Co-Sendung gelernt habe, und genießen das Kuscheln und die Nähe.

Stillen

Hier mal ein Absatz nur für die Ladies. Das Stillen ist wohl das einzige (nach Schwangerschaft und Geburt), was der Herr Papa nicht übernehmen kann.

5. Stillkleidung kaufen

Ein guter Still-BH lohnt sich auf jeden Fall. Zum Beispiel dieser von Bravado. Das ist wirklich das einzige Wäschestück, das ich neu gekauft habe. Denn ich hatte das Glück, dass ich tolle Umstandskleidung von einer Freundin geliehen bekam. Ein paar Teile habe ich noch auf Kleidertauschpartys erhascht. Darüber habe ich mich tausendmal mehr gefreut als über einen Neukauf.

6. Aua, wund

Bei wunden Brustwarzen, am Anfang und auch später noch, hilft eine Salbe aus Wollwachs (gibt es in der Drogerie).

7. Stilleinlagen

Ich habe alle möglichen Stilleinlagen ausprobiert. Im Krankenhaus gab es Einweg-Einlagen. Die saugen zwar gut. Aber abgesehen davon, dass die meisten Einwegprodukte ökologisch unsinnig sind, empfand ich die Einlagen als unnatürlich und störend.

Waschbare gibt es eine Menge. Achtung, hier rächt sich der Geiz. Die günstigen Wolle-Baumwolle aus der Drogerie schimmelten nach drei Monaten. Pfui.

Ich bin ein Fan der großen, weichen Wolle-Seide-Einlagen von Disana. In der Anschaffung zwar teuer, aber das rentiert sich, weil sie sehr lange halten.

8. Gut beraten

Wenn es anfangs noch nicht mit dem Stillen klappt (was normal ist), hilft die Hebamme deines Vertrauens weiter. Auch eine Stillberaterin kann dich unterstützen. Trageberaterin, Stillberaterin … was es doch für Berufe gibt, von denen ich vorher nichts ahnte. Auch Online-Kurse wie der von Stillkinder können helfen.

Einkleiden

In Sachen Kleidung hat sich bei mir über die Jahre einiges getan. Als Teenie noch Fast Fashion (ohne das Wort zu kennen oder was dahinter steckt), heute – nix Neues. Vielleicht zwei Kleidungsstücke in zwei Jahren. Ich schaue zuerst nach Second Hand, tausche oder leihe mir etwas von Freunden. Neu wird nur ökologische Kleidung oder Handarbeit gekauft.

9. Natürliche Materialien: Wolle trifft Seide

Und wieder Wolle! In der Kombi mit Seide für mich unschlagbar.

Die Vorteile von Wolle-Seide-Kleidung: wärmeregulierend, weniger waschen, kein Schwitzen; man braucht viel weniger Kleidungsstücke; es ist ein natürliches Material, in Deutschland produziert.

Die Nachteile: Handwäsche (dafür aber viel seltener) und teuer (lohnt sich aber dennoch). Auch Wolle-Seide-Kleidung kannst du …

10. Second Hand einkaufen

Bei Mamikreisel (wie Kleiderkreisel, nur für Eltern und Baby) kaufe ich gerne Second Hand Kleidung ein. Vorsicht, macht süchtig.

Außerdem gibt es jede Menge Facebook-Gruppen zum Thema, wie der Öko Family Flohmarkt.

Wickeln

11. Wegwerfwindeln

Wir haben wirklich alle Öko-Windeln getestet, glaube ich.

Im Krankenhaus gab es nur Pampers. Ich kann den Hype absolut nicht verstehen … Chemie pur, und nicht saugfähiger als Öko-Windeln. Die sind allerdings auch nicht alle gleich:

Die babylove Öko-Windeln von dm sind ziemlich dick und die Passform war für uns nichts – durchgefallen. Moltex – die erste Öko-Windel ever – sind gut. Den farbigen Aufdruck hätten die sich aber sparen können. Lillydoo sind noch recht neu. Haben wir getestet – auch ok, aber fühlen sich etwas künstlich an, ähnlich wie Pampers. Bald gibt soll es auch die 100%ig kompostierbare Fairwindel geben. Die gibt es bisher leider nicht in allen Größen.

Die Naty Öko-Windeln sind unser absoluter Favorit unter den Wegwerfwindeln. Umweltfreundlich und hübsch. Auch die Feuchttücher für unterwegs, ohne Erdöl und anderes doofes Zeug.

12. Stoffwindeln

Noch vor der Geburt hörte ich „Du wickelst doch bestimmt mit Stoff!“. Nee, sagte ich. Und nach mehreren Monaten Wegwerfwindeln nun doch. Die volle Mülltonne und dieser Arte-Film sind schuld. Erstmal nur tagsüber, nachts haben wir den Dreh noch nicht raus und nehmen WWW.

Tja, wo anfangen? Es gibt eine Menge Systeme und Hersteller. Die kann ich hier nicht alle auflisten. Wir testen gerade DIE Designer-Windel made in Germany von der Windelmanufaktur. Nicht nur hübsch, auch funktional machen diese Stoffis einen guten Eindruck. Zusätzlich haben wir einige gDiaper in Gebrauch, bei Mamikreisel geshoppt. Die sind schön schlicht, günstiger und machen einen schlanken … Po.

Was alle Stoffwindeln gemeinsam haben: Viel weniger Müll und in der Kombi mit Windelfrei (siehe Nr. 14) nicht wirklich mehr waschen. Das große Geschäft kann man mit Windelvlies auffangen. Das lässt sich in der Toilette herunterspülen – oder sogar bei 60 Grad waschen. Wunder Popo? Heilwolle hilft.

13. Unterwegs wickeln

Hier hat mal ein Papa eine gute Idee gehabt: Wickelquick, eine Wickel-Unterlage und -Tasche in einem, mit einer Hand zu bedienen. Auch ein tolles Geschenk!

14. Windelfrei

Ich dachte früher, Windelfrei heißt immer ohne Windel. Das stimmt aber gar nicht. Hier bei Geborgen Wachsen ist es schön erklärt. Einfach ausprobieren! Windel auf, abhalten, pieseln lassen und staunen. Klappt nicht immer, aber oft. Kurzum: Bedürfnis erfüllen und nebenbei Windeln sparen, selten wunder Po, früher trocken … win win win. Es gibt auch eine nette Windelfrei-Facebook-Gruppe zum Austausch.

Wir praktizieren mittlerweile eine Mischung: Tagsüber Windelfrei mit Stoffwindel-Backup, nachts Natys.

15. Was man nicht braucht

Windeleimer. Halte ich für überflüssig. Wegwerfwindeln bringt man eh ständig zur Tonne. Die Tüten sind mir außerdem zu teuer und sowieso suspekt. Eine Wärmelampe haben wir auch nur die ersten Monate benutzt. Man wird ja immer schneller am Wickeltisch :)

Schlafen

16. Gemeinsam schlafen

Wir haben unser geliehenes Beistellbettchen nur für die ersten Monate verwendet. Und auch da war es beim Zwerg nicht unbedingt beliebt.

Jetzt schlafen wir alle in einem Bett. Viel Nähe und kurze Wege zum Beruhigen und Stillen. Man spricht da auch von einem Familienbett. Bevor nun die ersten an „nicht normal“, „gefährlich“ oder „verwöhnen“ denken – hier ein paar Ammenmärchen und Argumente. Ein Anschaffung eines Babybetts entfällt also erstmal. Da hat man auch wieder was gespart.

Lesen

17. Bücher lesen

Hier meine Top 3 Lese-Tipps. Am besten vor der Geburt anfangen, man kommt sonst kaum dazu ;)

  • Artgerecht (Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen.), ein tolles Buch
  • Babyjahre – den einzigen klassischen Ratgeber, den du brauchst
  • Das Stillbuch – das ist DIE Stillbibel

18. Blogs lesen

Je mehr Blogbeiträge ich lese, desto mehr denke ich: Du bist nicht allein – alle haben ähnliche Gedanken. Diese lese ich regelmäßig:

Spielen

Ich habe selbst kein Spielzeug für den Zwerg gekauft. Meine Eltern haben glücklicherweise noch viele meiner Spielsachen aufbewahrt.

19. Geschenke schenken

Die Leute schleppen Zeug an! Dann lieber was wünschen, z. B. hier:

Zu guter Letzt

20. Vertaue dir selbst

Nicht beirren lassen. Es gibt Eltern und Babys, für die das alles nicht passt. Manche Mamas möchten nicht tragen, manche Babys schlafen gerne im eigenen Bettchen. So what. Das hier sind lediglich unsere Erfahrungen, unsere persönlichen Empfehlungen. Jeder sollte auf sein Bauchgefühl hören und nach seinem Instinkt entscheiden. In Köln sagt man da:

Jeder Jeck ist anders!

Außerdem braucht man viel weniger als man glaubt. Für manche Babys ist das Licht einer Lampe höchst interessant. Oder die Blätter eines Baumes, die im Wind wackeln. Holzlöffel und Gläschen-Deckel gehen immer. Und wenn sie größer sind, gibt es draußen in der Natur genug, was sich entdecken lässt – aus natürlichen Materialien und völlig kostenlos. Voll öko, yeah! ;)

Und du so?

Was hat sich bei euch bewährt – beim Tragen, Stillen, Einkleiden, Wickeln, Schlafen, Lesen und Spielen? Worauf kannst du nicht verzichten? Schreib doch einfach deine Anregungen, Tipps und Ideen in die Kommentarbox.

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