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Wie aus Kritik Feedback wird

„Das flasht mich irgendwie nicht.“ Schon mal ein solches Feedback zu deiner Arbeit gehört? Ich leider schon. Nur hilft es nicht weiter. Wie Kritik in der Realität häufig aussieht, das Gegenüber reagiert und ob es eine Lösung gibt, liest du hier.

Nehmen wir als Beispiel mal den Designer – wie sollte es anders sein :)

Manches in diesem Bereich ist Geschmacksache. Aber vieles eben nicht. Es geht um weit mehr als nur schön. Welche Botschaft soll gesendet werden? Ist das Design benutzerfreundlich – ist es auf die Zielgruppe abgestimmt? Welche Geschichte möchte ich erzählen? …

Wie Feedback nicht aussehen sollte – in 6 Stufen

In der in der Realität hört man manchmal so etwas:

Stufe 1: „Ach ja übrigens, kannste mal …“

In aller Ruhe miteinander sprechen, nicht in der Pause am Kaffeeautomaten, nicht unter Stress. Sonst geht das Feedback unter oder kann falsch ankommen.

Stufe 2: „Das ist irgendwie unsexy.“

Spezifisch sein: Was genau gefällt gut, was nicht? Und warum?

Stufe 3: „Immer machst du das …“

Wir wollen sachlich bleiben und nicht persönlich werden. Vorwürfe und Schuldzuweisungen haben noch nie jemanden weitergebracht.

Stufe 4: „Die Idee ist Blödsinn!“

Nicht entwerten – das entwertet nicht nur die Arbeit des Designers, sondern auch ihn selbst. Böse.

Stufe 5: „Mach das und das Blau, schieb das hier hin und das dort hin. Siehste, gar nicht so schwer!“

Also … für die Lösung wurde ja der Designer engagiert – als Spezialist auf seinem Gebiet. Dafür wird er fair bezahlt. Dann sollte er doch auch die Lösung finden. Lieber „es sollte freundlicher sein“ oder „hier wirkt es etwas eng“. Voraussetzung: Vertrauen.

Stufe 6: „Das ist sch…!“

Na, wer wird denn da unhöflich sein?! So geht es nicht. Der Ton macht die Musik. Bitte abkühlen!

Kritik annehmen

Auch das Gegenüber macht es sich ab und an zu einfach:

„Das mache ich immer so.“

Das gilt nicht. Offen für neue Ideen und Lösungen sein, lautet die Devise.

„Ich lass‘ das jetzt mal so.“

Na, wer wird denn den Kopf in den Sand stecken?

„ Ok, alles klar, ok … „

Nicht bei allem Ja und Amen sagen. Auch mal kämpfen! „Weil es schöner aussieht“ ist kein Argument.

„Da kann ich nichts für.“

Die Schuld nicht bei anderen suchen und nicht in eine bloße Abwehrposition rücken. Was hast du dir bei deinem Design gedacht? Und dann Verantwortung übernehmen.

Konflikte konstruktiv lösen

Forsche nach, um zu verstehen.

Steven Covey

7 goldene Regeln

So kannst du mit Feedback umgehen:

  1. Andere ausreden lassen und es selbst einfordern – es ist ein Dialog, kein Monolog.
  2. Wenn es ein persönliches Gespräch ist: In die Augen schauen. Nur dann fühlt sich das Gegenüber ernst genommen.
  3. Hinterfragen und nicht locker lassen: Was genau gefällt gut, was nicht? Warum ist das so? Bitte um Erklärungen. (Übrigens: Auch der Kunde kann mal einen schlechten Tag haben.)
  4. Kurz zusammenfassen, klare Empfehlungen und Lösungsvorschläge machen, begründen und sie gemeinsam besprechen. Das besänftigt den Gesprächspartner. Im besten Fall freut er sich über den kreativen Input und schätzt die gute Beratung. Dann klappt’s auch mit dem Vertrauen.
  5. Für das Projekt oder Produkt eine gute Lösung finden – und nicht fürs eigene Ego.
  6. Frage Außenstehende nach ihrer Meinung. Manchmal hat man ein Brett vor dem Kopf. Hilfe annehmen erweitert den Horizont.
  7. Zu guter Letzt: Nicht verzweifeln. Durchatmen. Ooohhhhmmm. Yoga und Meditation hilft (vor und nach einem Konflikt). Als App ist Headspace super.

Motivation muss sein

Destruktive Kritik hat Auswirkungen auf die eigene Motivation. Und Motivation ist doch das A und O. Schließlich macht die Arbeit sonst keinen Spaß und das Ergebnis leidet darunter. Optimal ist es, wenn vor oder während der Zusammenarbeit das Thema offen angesprochen wird. Wir sind alle Menschen. Da kann auch schon mal etwas schief laufen. Ehrlichkeit kann beeindrucken. Ehrlich.

Lernen und weiterentwickeln, lernen und weiter…

Jetzt kann ich über den ein oder anderen Satz eines Kollegen oder Chefs lachen – das war in der Situation oft anders. Mein persönliches Motto lautet seit ein paar Jahren:

Lösungsorientiert denken.

Das sage ich in „schwierigen“ Situationen gerne leise vor mich hin. Denn es gibt immer eine Lösung :)

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